Dienstag, 14. Februar 2017

Wetter: Staumauer statt Grenzmauer - in Kalifornien bedrohen neue heftige Niederschläge den Oroville-Staudamm!

Kalifornien könnte etwas von unserem aktuellen Hochdruckwetter gebrauchen. Seit Wochen ist es bei uns für die Jahreszeit viel zu trocken. Bisher fielen in diesem Winter deutschlandweit gesehen nur 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das sind gerade mal 45 Prozent vom langjährigen Durchschnittswert. Der bisher trockenste Winter brachte rund 68 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und war im Jahr 1890/1891. Schaut man sich die Zahlen an, so erkennt man schnell, dass wir von diesem Rekord nicht allzu weit entfernt liegen. Die Flusspegel sind für die Jahreszeit zu niedrig und auch der Grundwasserspiegel sinkt besonders im Südwesten auf historische Tiefststände. Sollte sich das im Frühjahr nicht rasch ändern, dann droht im Sommer womöglich in Deutschland eine Dürre. 
Niederschlagssummern bis nächsten Mittwoch: rot bedeutet reichlich Regen, rund um den Staudamm in Oroville werden wieder deutlich über 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter erwartet
In Kalifornien war es lange Zeit zu trocken. Doch nun hat die Natur ordentlich zugeschlagen. Unsummen an Regen fielen in den vergangenen Tagen und Wochen vom Himmel. Der Oroville- Staudamm ist randvoll, läuft über. Das tut er aber nicht richtig, da entlastende System nicht richtig gewartet wurden- das ist in den USA ja nichts Neues. Wir erinnern uns an den Hurrikan Katrina (August 2005). Weite Teile New Orleans gingen damals unter, weil die wichtigen Hochwasserpumpen zum großen Teil einfach versagt hatten – Grund: mangelnde Wartung.

Jetzt, wo die Katastrophe für Kalifornien quasi vor der Tür steht, wird händeringend versucht Druck von der Staumauer zu nehmen. Sollte der Staudamm brechen, hätte das doppelt fatale Folgen: zum einen würde sich eine riesige Flutwelle durch weite Teile Kalifornien ergießen, zum anderen würde in der sicherlich zurückkehrenden Trockenheit einer der wichtigsten Wasserspeicher fehlen. Statt sich um eine Mauer Richtung Mexiko zu kümmern, sollte man lieber erstmal seine alten brüchigen Mauern im Land in Schuss bringen. Das ist jetzt dringend notwendig, denn ab Donnerstag kommt es in der Region um den Staudamm wieder zu heftigen Niederschlägen. Wir rechnen bis nächsten Mittwoch mit 120 bis 180 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Und diese neuen Niederschläge werden neue Wassermassen in den Staudamm transportieren und den Pegel dort ansteigen lassen. Die Niederschläge setzen in Kalifornien ab dem späten Mittwochabend ein und dürften dann mit kleineren Unterbrechungen bis in die nächste Woche hinein andauern.

Das Wetter scheint in der Tat etwas außer Rand und Band geraten zu sein. Erst erlebt Kalifornien eine jahrelange Dürreperiode, dann fallen plötzlich sintflutartige Niederschläge und beenden diese Dürre. Ähnlich verrückt verlief auch bei uns der Sommer im vergangenen Jahr. Unterm Strich war der Sommer 2016 nicht wirklich zu nass – zumindest nicht flächendeckend gesehen. Punktuell gab es allerdings schwere Starkniederschläge die für Sintfluten im Land gesorgt haben. Gut möglich, dass es in diesem Sommer mit diesem Muster weitergeht.

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