Dienstag, 13. Dezember 2016

Wetter: Wann kommt die russische Kältepeitsche?

Stadecken-Elsheim, den 13. Dezember 2016 - Viele haben vielleicht schon mal den Begriff russische Kältepeitsche gehört? Dieser Begriff ist schon einige Jahre alt und wurde so richtig im Dezember 2010 bekannt. Damals gab es den kältesten Dezember seit 1969. Ganz Deutschland hatte wochenlang mit Eis und Schnee zu tun. Weihnachten 2010 war es dann überall in Deutschland weiß und das nicht zu knapp.

In Berlin und Aachen lagen stellenweise über 30 cm Schnee. Nicht nur für diese beiden Städte waren das rekordverdächtige Werte.

Und da die Kälte aus Osteuropa kam, direkt aus Sibirien und Russland da gaben wir dem ganzen einfach den Namen "russische Kältepeitsche" - ganz ohne politischen Hintergedanken.

Auch in diesem Jahr ist es in Sibirien schon seit einigen Wochen kalt, teils auch ungewöhnlich kalt. Wie der aktuelle Temperaturtrend für Jakutsk in Sibirien zeigt, liegen dort die Höchstwerte am Tag teilweise um minus 40 Grad.

Jakutsk (Sibirien): Vorhersage der Temperaturen für die nächsten Tage, wetter.net
Doch die kalte Luft aus Russland und Sibirien will nicht zu uns kommen. Die Großwetterlage ist derart aufgestellt, dass die Kälte einfach keine Chancen hat Deutschland zu erreichen.

Aber auch vom milden Atlantik geht seit Wochen keine wirkliche Gefahr mehr aus. Im vergangenen Dezember 2015 war es zeitweise frühlingshaft mild. Diese milde Luft ist derzeit weit abgeschlagen in Südwesteuropa zu finden.

Wir sitzen in Deutschland aktuell zwischen den Stühlen: mal sickert etwas kältere Luft aus Osteuropa zu uns durch, mal wieder etwas mildere Luft aus Südwesten und Westen. Aber keine der Luftmassen kann sich bei uns derzeit voll durchsetzen.

Wir haben eine Blockadelage. So nennen wir Meteorologen das, wenn in Sachen Wetterdynamik einfach nichts mehr geht. Über Mitteleuropa liegen gleich mehrere Hochdruckgebiete.  Das bedeutet gerade im Winter oftmals Einheitsgrau und kaum Sonnenschein. Genau das ist auch heute der Fall. Lediglich im Südosten Bayerns scheint zeitweise die Sonne. Sonst gibt es viele Wolken und örtlich fällt etwas Regen.

Bis zum 4. Advent wird sich an dieser eingefahrenen Großwetterlage auch nicht viel ändern. Nachts gibt es ab und zu leichten Frost, am Tag werden meist Werte über 0 Grad erreicht. Stellenweise sind im Westen sogar bis zu 10 Grad möglich. 

Das sind erstmal schlechte Bedingungen für Schnee bzw. weiße Weihnachten. Es ist durchaus möglich, dass uns die kalte Luft ab Weihnachten doch noch erreichen könnte, vielleicht auch im Januar. Januar und Februar sind ohnehin erst die Hochwinter-Monate. 

Doch das ist nun alles etwas Spekulativ, dann eine echte Wetterprognose für Januar oder gar Februar können wir heute noch nicht abgeben. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden. 

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