Mittwoch, 28. Dezember 2016

Wetter: Polarkälte oder atlantische Mildpampe - wer macht kommende Woche das Rennen?

Wiesbaden, den 28. Dezember 2016 - Das große Rennen in der Atmosphäre geht weiter. Wer hat in der ersten Januarwoche die Nase vorn? Die milde Atlantikluft, bei Winterfans auch spöttisch "Mildpampe" genannt, oder die eiskalte Polarluft - gern auch mal Russenpeitsche genannt. Die Wettermodelle sind sich da noch nicht so ganz einig. Mal hat die eine Luftmasse die Nase vorn, mal die andere. Wieder ein anderes Mal gibt es ein Misch-Masch aus beidem. Heute Morgen hat nach den Vorstellungen des amerikanischen Wettermodells GFS ganz klar die eisige Kälte den Vorzug.
eiskalt erwischt, in der Höhe strömt nächsten Freitag sehr kalte Luft nach Mitteleuropa und würde Dauerfrost bringen, meteociel.fr
Man muss aber auch ganz klar sagen: das ist diesmal eine krasse Rechnung in die kalte Rechnung, gut möglich, dass die viel zu forsch ist. Gestern Abend noch war eher von nass-kaltem Wetter die Rede. Doch nun berechnet das Modell eisige Polarkälte über weiten Teilen Mitteleuropas. Daher ist das alles weiterhin mit großen Unsicherheiten behaftet und mit Vorsicht zu genießen.

Generell scheint heute Morgen zeitlich alles etwas früher berechnet zu werden. Nun könnte es schon in der Nacht von Neujahr auf Montag in einigen Landesteilen bis in tiefe Lagen Schnee geben. Das verrät uns zumindest ein Blick auf die aktuelle Modellwetterkarte.
das Modellwetter am frühen Montagmorgen: Schneefall in einigen Landesteilen, wetter.net
Die Karte mit dem Modellwetter berechnet übrigens aus den einzelnen prognostizierten Parametern die möglichen resultierenden Wetterzustände wie Regen, Schnee, Nebel, Nieselregen, Eisregen etc. Für den frühen Montagmorgen werden aktuell Schneefälle vorhergesagt. Das könnte dann besonders im Berufsverkehr spannend werden.

Für Winterfans wären die heutigen Berechnungen eine echte Augenweide. Nachfolgend die Wettervorhersage bzw. der Wettertrend für die kommenden Tage:

Donnerstag: 3 bis 6 Grad, Sonne, im Nordosten auch dichtere Wolken, trocken, stellenweise Hochnebel
Freitag: 2 bis 6 Grad, mal Sonne, mal Hochnebel, trocken
Silvester: 1 bis 7 Grad, trockener Jahresausklang, ab und zu gibt es neben dem Hochnebel auch mal Sonnenschein
Neujahr: 2 bis 7 Grad, das neue Jahr startet und schon ziehen aus Nordwesten neue Regenfälle auf, diese gehen am späten Abend immer mehr in Schnee über
Montag: minus 1 bis plus 5 Grad, viele Wolken, immer wieder Schnee oder Schneeregen bis in tiefe Lagen
Dienstag: minus 3 bis plus 5 Grad, winterlich, in vielen Landesteilen Schnee, lediglich nach Norden hin milder
Mittwoch: 1 bis 6 Grad, vorübergehend milder Einschub, zeitweise Regen, Schnee nur in höheren Lagen
Donnerstag: minus 6 bis plus 1 Grad, die Kälte gibt Gas, vielfach herrscht Dauerfrost, örtlich schneit es etwas
Hl. Drei Könige: minus 8 bis minus 2 Grad, frostig, nach Westen hin etwas Schneefall möglich, sonst meist trocken mit etwas Sonne

Das erinnert doch glatt an die Bauernregel: Ist bis Dreikönigstag kein Winter, folgt auch kein strenger mehr dahinter. Da käme die Kälte also noch gerade rechtzeitig. Aber: diese Regel ist leider naturwissenschaftlich nicht haltbar bzw. belegbar. Da ist überhaupt nichts dran. Es reimt sich aber immerhin ganz nett.
Euphoriebremse für Winterfans: die Ensemble-Vorhersagen, meteociel.fr

Aber aufgepasst: Sicher ist in Sachen Kälte und Dauerwinter noch lange nichts. Das zeigt auch ein Blick auf die aktuellen Ensemble-Vorhersagen. Was ist das denn nun schon wieder? Kurz gesagt: man lässt ein und das gleiche Modell mit verschiedenen Anfangswetterzuständen durchlaufen, man variiert bzw. spielt also ein wenig. Dann bekommt man ganz viele Wetterkurven, wie oben in der Grafik. Sind die vielen Linien (die einzelnen variierten Berechnungen) sehr eng beieinander, dann ist die Eintreffwahrscheinlichkeit hoch. Beginnt das muntere Zucken, dann ist es eher unsicher. Man erkennt an der obigen Grafik, dass die Abkühlung als recht sicher anzusehen ist. Wie es dann weitergeht ist offen. Das ganze sieht dann eher nach Spaghetti aus, ein kleines Wirrwarr. Besonders auffällig: die schwarze Linie reißt ganz schön aus. Das sind die Berechnungen des eigentlichen Wettermodells, des so genannten Hauptlaufs. Damit ist übrigens oben die Prognose der einzelnen Tage erstellt. Diese schwarze Linie schlägt teilweise ganz schön nach unten aus, ist also mit hoher Vorsicht zu betrachten - sie ist eher unsicher!

Wir müssen uns also weiterhin noch ein paar Tage gedulden. Sicher scheint nur: Anfang der kommenden Woche geht es erstmal bergab, es wird kälter. Doch: Wie lange das andauert und ob es auch Schnee gibt bzw. eine Schneedecke ist unsicher!
berechnete (sehr unsichere) Schneehöhe für den 8. Januar: ganz Deutschland liegt demnach unter einer Schneedecke, meteociel.de

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